Eine musikalische Rückkehr in die      Ukraine


    Maxim Pritulas Debüt-Album „Igra“

      Von Olga Hochweis 


Seine Stimme klingt wie eine Mischung aus Tom Waits und dem russischen Barden Vladimir Vysotzkij. Aber mit beiden verbindet den 28-jährigen Ukrainer Maxim Pritula eher wenig. „Igra“ heißt sein Debütalbum.



Für seine musikalische Rückkehr in die Ukraine stilisiert sich Pritula auch auf den Fotos des Booklets in quasi-bäuerlicher Kleidung und dörflichem Holzhaus-Ambiente ganz traditionell. Doch die slavische Nostalgie geht Hand in Hand mit dem Hier und Jetzt in Deutschland. 

Dafür sorgen die musikalischen Partner Pritulas, allen voran der Produzent des Albums Frithjof Rödel, der hier neben diversen weiteren Gastmusikern auch diverse Instrumente spielt, von der E-Gitarre bis zur Mandoline. Ein Album mit ungewöhnlichen Arrangements und eindrucksvollen Liedern.



Maxim Pritula spielt mit Stimm-Verfremdung und wechselnden Tonlagen. Vom alten Großvater singt er ebenso wie übers Wäschewaschen oder die Liebe, schlüpft in verschiedene Rollen, die aus den schrägen Geschichten des absurden Dichters Daniil Charms stammen könnten. „Igra“- der Albumtitel – bedeutet in der Übersetzung: „Spiel“.

Pritula verbindet auf lyrische Art und Weise Banalitäten mit den großen Dingen des Lebens. Das verbindet ihn mit einem seiner Vorbilder, dem russischen Liedermacher Alexander Dolskij. Und auch große Gefühle und Pathos haben auf seinem Debüt-Album ihren Platz. Das Lied „Ukraina“ ist eine große Liebeserklärung an Pritulas Heimat und enthält die schwärmerischen Zeilen:

„Deine Schönheit ist unerklärlich. Deine Felder sind grenzenlos und die Wärme deiner Kinder riesig. (…) Kiew, Odessa und Lwiv: euch zu beschreiben, dafür reichen die Worte nicht."



MUSIK / ARCHIV | Beitrag vom 26.12.2013


https://www.deutschlandfunkkultur.de/liedermacher-eine-musikalische-rueckkehr-in-die-ukraine.1780.de.html?dram%3Aarticle_id=273017


EIN VOGEL IM KÄFIG DER EIGENEN IDEEN


Maxim Pritula klingt wie ein junger Wyssotzki – sein Debütalbum könnte für Fans russischer Musik zur Überraschung des Jahres werden


Text: Arnim Siebert, 

Foto: Samantha Font-Sala



Maxim Pritula kam vor zehn Jahren, im Alter von 18, mit seiner jüdischen Familie aus Odessa nach Ostdeutschland. In seinem Gepäck hatte er wohl Musik von Nol, Leningrad, Wladimir Wyssotzki und 5Nizza. Seit acht Jahren singt Maxim Pritula nennt seine Lieder, die er alle selbst schreibt. Nun hat er in Erfurt sein Debütalbum produziert und auf einem Leipziger Label veröffentlicht. »Igra« könnte sich zum Geheimtipp entwickeln und eine Menge Liebhaber finden. Zumal Maxim, der noch in Weimar Videokunst und Malerei studiert, sich in nächster Zeit sicher auch live eine Fangemeinde aufbauen wird.

Auch ohne Sprachkenntnis summt man die Songs sofort mit und bekommt Fernweh und Sehnsucht, wonach auch immer. Russisch halt. Russisch ist nicht nur seine Muttersprache, sondern Maxim Pritula ist auch Fan von ihr: »Sie ist im Kommen und bald wird Russisch eine der beliebtesten Sprachen im Westen sein, denn sie klingt schön, ist reich an Melodie und an Gefühl, poetisch und lyrisch. Das können alle fühlen, die sie hören.«


MELODIE&RHYTHMUS 2014

http://www.melodieundrhythmus.com/mr-1-2014/ein-vogel-im-kaefig/